Eisenmangel kann schwerwiegender Natur sein

Ein frischer Apfel, der von einem Messband umschlungen wird im Vordergrund und rote Hanteln im Hintergrund

Übergewicht ist ein Risikofaktor für einen Mangel an Vitalstoffen wie z.B. Eisen

Es klingt zunächst paradox, aber zu viel Nahrung kann auch zu wenig sein jedenfalls zu wenig an Mikronährstoffen. Häufig auf der Strecke bleibt dabei das Eisen.

Stoffwechselfunktionen: Eisen spielt eine gewichtige Rolle

Nicht nur übergewichtige Menschen sollten auf eine ausreichende Eisenversorgung achten, denn: Eisen erfüllt vielfältige Funktionen im Stoffwechsel.

Hier ein paar Beispiele dafür:

  • Hämoglobin
    Eisen ist wesentlicher Teil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin und dadurch unentbehrlich für den Sauerstofftransport.
  • Myoglobin
    Myoglobin ist der rote Farbstoff der Muskelzellen. Er dient den Muskelzellen als Sauerstoffspeicher und Eisen ist ein zentraler Bestandteil des Myoglobin. Wenn die Muskelzellen zu wenig Myoglobin enthalten, ermüdet der Muskel schneller.
  • Energiegewinnung in der Zelle
    In den Zellen gibt es bestimmte Strukturen, die Mitochondrien. Diese arbeiten als Kraftwerke der Zellen, Sie produzieren Energiepakete (das ATP), welche die Zellen benötigen, um funktionieren zu können. Um dieses ATP zu bilden, sind die Mitochondrien auf Eisen angewiesen.
  • DNA-Synthese (Bildung)
    Die DNA ist die Trägerin der Erbsubstanz. Jedes Mal, wenn eine Zelle sich teilt, muss diese Erbsubstanz zuvor verdoppelt werden, damit beide Tochterzellen eine Kopie erhalten. An dieser Verdopplung der Erbsubstanz sind eisenhaltige Enzyme beteiligt.
  • Bildung von Nerven-Botenstoffen (Neurotransmitter)
    Eisen ist an der Bildung von Nervenbotenstoffen beteiligt. Bei einem Eisenmangel kann es deshalb zu Depressionen und/ oder Hirnleistungsstörungen kommen.
  • Entgiftung in der Leber
    Eisen ist mitverantwortlich für die Entgiftung von Arzneimitteln und Umweltgiften in der Leber.
  • Immunsystem
    Eisen ist wichtig für das richtige Funktionieren bestimmter Zellen des Immunsystems.
  • Signalübertragung in die Zelle
    Eisen ist für die Übertragung bestimmter Signale in die Zellen notwendig. Diese Signale sind unter anderem wichtig für die Blutdruckregulation.

Eisenmangel hat also weit reichende Folgen

Da Eisen an so vielen zentralen Funktionen des menschlichen Körpers beteiligt ist, wundert es nicht, dass ein Mangel an Eisen weitreichende Folgen hat. Ein Tipp für Personen mit bestehendem Eisenmangel, aber auch für Personen, deren Eisenspeicher ausreichend gefüllt sind: Die Eisenaufnahme aus der Nahrung kann durch Vitamin C verbessert werden.

Mangelernährung trotz Übergewicht?! Die Zusammenhänge

Erstaunlicherweise leiden Übergewichtige häufiger unter Nährstoffmangel - z.B. an Vitamin B1, Vitamin D oder Eisen - als Normalgewichtige. Warum leiden übergewichtige Menschen unter Eisenmangel? Müsste es nicht eigentlich ein Überschuss an Eisen geben, weil ohnehin zu viel gegessen wird?

Paradoxerweise ist dies nicht so, denn zahlreiche Nahrungsmittel, die viele Kalorien enthalten, wie z.B. Süßigkeiten, enthalten nur wenig Mikronährstoffe. Dieses Phänomen einer Mangelernährung bei Übergewichtigen wird von den Experten adiposigene Mangelernährung genannt. Kurz gesagt, viele übergewichtige Menschen essen zwar zu viel aber eben zu viel vom Falschen.
Zur Bekämpfung des Übergewichts wird eine Vielzahl an Diäten angeboten. Leider basieren viele dieser Diäten auf einseitiger Kost. Hierbei besteht die Gefahr, dass der Bedarf an Mikronährstoffen nicht gedeckt wird.

Oft fehlen Obst, Gemüse und Vollkornprodukte auf dem Speisezettel und damit:

  • Calcium
  • die Vitamine A, C und B6
  • Folsäure
  • Zink
  • Eisen

 Darüber hinaus ist Übergewicht oft eine Ursache für:

  • Metabolisches Syndrom
  • Diabetes mellitus
  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Gelenkentzündungen
  • Infektionen

Bei vielen dieser Krankheitsbilder handelt es sich um entzündliche Erkrankungen, in denen das Immunsystem aktiviert ist. Diagnostiziert werden kann der erhöhte Entzündungszustand z.B. durch Messung der CRP (C-reaktives Protein). Aber nicht erst wenn solche Folgeerkrankungen auftreten erhöhen sich die Entzündungswerte im Körper. Fettzellen (die sogenannten Adipozyten) speichern nicht nur Energie in Form von Fett, sie schütten auch eine Vielzahl am Botenstoffen aus, und unter diesen auch Entzündungsbotenstoffe (Zytokine). Hierdurch kann es insbesondere bei stark Übergewichten zu einem erhöhten Entzündungszustand kommen.

Bei entzündlichen Prozessen kann aber der Körper weniger Eisen aufnehmen, und auch die Mobilisierung von Eisen aus dem Speicher ist erschwert. Auch dies begünstigt die Entstehung eines Eisenmangels oder sogar einer Eisenmangelanämie.

Eisenmangel nach Magen-Bypass

Bei extremem Übergewicht, wird heutzutage zunehmend die Möglichkeit eines chirurgisch angelegten Magen-Bypasses gewählt, sog. bariatrische oder Adipositas-Chirurgie. Von der Idee her logisch: durch die Verkleinerung des Magens und Umgehung von Teilen des Dünndarms kann nicht mehr so viel Nahrung aufgenommen werden, der Übergewichtige isst weniger und nimmt so leichter ab. Es gibt unterschiedliche Verfahren zur Anlage eines Magen-Bypasses, z.T. wird dabei auch der direkt hinter dem Magen liegende Zwölffingerdarm umgangen, so dass die Nahrung aus dem verkleinerten Magen unter Umgehung des Zwölffingerdarms direkt in den Dünndarm geleitet wird. Das Problem dabei ist, dass der Zwölffingerdarm der Hauptort ist, an dem Eisen aus der Nahrung aufgenommen wird. Aus diesem Grund leiden sehr viele Menschen mit Magen-Bypass an einem Eisenmangel. Da der Hauptaufnahmeort für Eisen im Zwölffingerdarm durch die Magenverkleinerung umgangen wurde, hilft bei diesen Patienten eine Therapie mit oralem Eisen nicht. Hier muss das Eisen intravenös verabreicht.

Die Diagnose eines Eisenmangels kann nur durch einen Arzt erfolgen. Er wird mit dem Patienten auch die Form der Therapie besprechen. Hier stehen mehrere Möglichkeiten der Eisen-Ergänzung zu Verfügung.


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