Diagnose und Stadien eines Eisenmangels

Animierte Darstellung von mehreren roten Blutkörperchen, die durch die Blutbahn zirkulieren

Diagnose eines Eisenmangels

Einen Eisenmangel oder eine Anämie stellt der Arzt durch eine Blutuntersuchung fest. Es gibt viele unterschiedliche Laborparameter, die zur Bestimmung des Eisenstoffwechsels im Körper gemessen werden können.

Bevorzugt wird die Kombination von vier Laborwerten eingesetzt: Hb-Wert, Serum-Ferritin, Transferrinsättigung und das C-reaktives Protein.

Der Hb- oder Hämoglobin-Wert gibt die Konzentration des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) im Blut an. Ist dieser Wert zu niedrig, so liegt eine Anämie vor.
Die Bestimmung des Hb-Werts sagt aber nichts über den Füllungszustand der Eisenspeicher aus. Deswegen ist es sinnvoll, bei einer Untersuchung auch die Eisenspeicher mit Hilfe des Ferritin-Werts zu bestimmen.

Durch den Ferritin-Wert kann der Arzt feststellen, ob die Eisenvorräte im Körper bereits angebrochen oder gar verbraucht sind. Ist dieser Wert zu niedrig, so liegt ein Eisenmangel vor.

Das Transferrin ist der Eisentransporter im Körper. Mit ihm wird das Eisen durch die Blutbahn von Zelle zu Zelle transportiert (z.B. von der Darmzelle, in der das Eisen aus der Nahrung aufgenommen wird, in das Knochenmark, um dort für die Bildung roter Blutkörperchen zur Verfügung zu stehen). Die sog. Transferrinsättigung oder TSAT zeigt an, wie gut oder schlecht dieses Transportprotein mit Eisen beladen ist. Eine zu niedrige Transferrinsättigung bedeutet, dass zu wenig Eisen im Körper transportiert wird und damit den Zellen zu wenig Eisen zur Verfügung steht.

Eine Eisengabe sollte nur auf Basis einer medizinischen Diagnose und unter ärztlicher Anleitung durchgeführt werden.

Drei Stadien des Eisenhaushaltes

Der Arzt unterscheidet drei Stadien:

Stadium 1 (Optimalzustand):
Die Eisenspeicher sind gefüllt (Ferritin normal) und die Transporter gut ausgelastet (Transferrin normal), um das Eisen zu den Orten des Verbrauchs zu bringen. Dem Körper steht somit ausreichend Eisen zur Verfügung, um neue rote Blutkörperchen zu bilden und die Blutmenge konstant zu halten.

Stadium 2 (Eisenmangel):
Die Eisenspeicher beginnen, sich zu leeren, da der Körper mehr Eisen verbraucht, als nachgeliefert wird. Dem Körper stehen aber noch genügend rote Blutkörperchen zur Verfügung. Deswegen liegt der Hb-Wert noch im normalen Bereich, während Ferritin und  Transferrinsättigung bereits zu sinken beginnen. Der Mangel kann sich jetzt auch körperlich bemerkbar machen, da unter Umständen nicht mehr genügend Eisen für die Zellfunktionen des Organismus zur Verfügung steht.

Stadium 3 (Eisenmangel-Anämie):
Ohne eine Eisen-Therapie in Stadium 2, kommt es wegen der sinkenden Menge an roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) im Blut zu einer Blutarmut (Anämie). Die Eisenspeicher sind schon lange leer, sodass kein Eisen mehr für die Bildung neuer Blutkörperchen zur Verfügung steht. Betroffene leiden unter starken Symptomen, wie  Kurzatmigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Leistungsabfall, Konzentrationsstörungen, innerer Unruhe, Magen-Darm-Beschwerden, Schwächeanfällen, erhöhter Infektanfälligkeit, Schluckbeschwerden oder Sodbrennen. Die Laborparameter Hb-Wert, Serum-Ferritin-Wert und Transferrinsättigung sind stark verringert.

Je nach Stadium des Eisenmangels können unterschiedliche Therapien notwendig sein.

Wenn im Körper eine Entzündung vorliegt:

Der Arzt kann über die Bestimmung des C-reaktivem Proteins (CRP) herausfinden, ob eine Entzündung im Körper vorhanden ist. Ist dieser Wert größer als 3 mg/dl, so liegt eine Entzündung vor. Dann werden die Eisenspeicher zugesperrt, der Körper kommt schlechter an die Vorräte heran und die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung ist auch erschwert. Wenn der entzündliche Zustand länger andauert oder sogar chronisch ist, wie z.B. bei den sog. chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) kann dies zu einem sogenannten funktionellen Eisenmangel führen.


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