
Es gibt verschiedene Ursachen für einen Eisenmangel. Bei Sportlern kommen beispielsweise der erhöhte Nährstoffbedarf, die gesteigerte Blutbildung und Eisenverluste durch Schweiß infrage, die nicht durch eine eisenreiche Ernährung ausgeglichen werden. Selbst sportliche Aktivität auf Breitensportniveau führt zu Schweißverlusten von etwa einem Liter pro Stunde. Da Eisen auch in den Schweiß abgegeben wird, kann der Sportler hierüber erhebliche Mengen des Minerals verlieren. Unter körperlicher Belastung beträgt der Eisengehalt des Schweißes ca. 0,15 bis 0,3 mg/l. Auf diese Weise können durch starkes Schwitzen 1 mg Eisen und mehr verloren gehen.1) Bei manchen Sportlern wird die Darmtätigkeit durch das Laufen so stark angeregt, dass es zu einem vermehrten Verlust von Darmzellen bis hin zu Darmblutungen kommen kann.
Als möglicher weiterer Grund für die höheren Eisenverluste im Ausdauerlaufsport wird die sogenannte „Läuferanämie“ diskutiert. Darunter versteht man das Zerdrücken von roten Blutkörperchen an der Fußsohle. Außerdem wird aus zerstörten Muskelfasern das eisenhaltige Myoglobin (roter Muskelfarbstoff) freigegeben, das ebenfalls über den Urin ausgeschieden wird.
Vor allem in trainingsintensiven Phasen liegen die Werte für Hämoglobin und Serum-Ferritin oft im unteren Normbereich oder sind sogar leicht erniedrigt, ohne dass dadurch die körperliche Leistungsfähigkeit der Sportlern eingeschränkt ist. Man nennt dies auch eine trainingsbedingte „Sportanämie“, bei der es sich um eine Art Verdünnungseffekt handelt. Nimmt dabei das Plasmavolumen schneller zu als rote Blutkörperchen produziert werden können, wird das Blut verdünnt. Dadurch wird das Gewebe weniger mit Sauerstoff versorgt. Dies erklärt auch, warum ein Höhentraining, das zu einer Vermehrung der roten Blutkörperchen führt, unwirksam ist, wenn nicht gleichzeitig die Eisenzufuhr erhöht wird. Eine medikamentöse Eisensupplementation ist jedoch meist nicht notwendig, da eine Verdünnungsanämie meist temporär ist und sich der erhöhte Bedarf durch eine gute eisenreiche Ernährung ausgleichen lässt.
Eisenmangel entsteht meist durch unzureichende Ernährung
Ein Problem ergibt sich dann, wenn der Mehrbedarf an Energie durch eine ungünstige Ernährung nicht abgedeckt wird. Dann beschränkt sich die Mangelernährung aber meistens nicht nur auf das Eisen sondern auch auf andere Mineralien wie Magnesium, Kalium und Natrium und auf Vitamine wie die Folsäure. Sportlich aktive Frauen haben es doppelt schwer, ihren Körper ausreichend mit Eisen zu versorgen, denn mit jeder Menstruation verlieren sie durchschnittlich 15 mg Eisen. Gefährdet sind auch jugendliche Hochleistungssportlerinnen oder Turnerinnen, die durch radikale Schlankheitsdiäten einen Eisenmangel entwickeln können. Besonders Sportarten, bei denen ein geringes Körpergewicht gewünscht ist, wie z.B. Langstreckenlauf, Turnen, Ballett oder Kampfsport in der Leichtgewichtsklasse, bergen ein zusätzliches Risiko für ernährungsbedingte Mangelzustände. Auch bei Kraftsportlern leidet der eisenhaltige Blutfarbstoff unter dem Muskeltraining. Jede Athletin und jeder Athlet kann jedoch in den meisten Fällen das Risiko für einen Eisenmangel selbst z.B. durch eine entsprechende Ernährung stark beeinflussen.
Eisensupplementation nur unter ärztlicher Aufsicht
Es gibt wissenschaftliche Hinweise, dass ein Eisenmangel zu einem Verlust an Leistungsfähigkeit führen kann. In einer Studie an untrainierten jungen Frauen mit leichten Eisenmangelzuständen (ohne Blutarmut) zeigte sich, dass eine zusätzliche Eisenzufuhr die Sauerstoffaufnahme und Ausdauer verbesserte.2) In einer Studie an Frauen mit Eisenmangel verbesserte eine Nahrungsergänzung mit Eisen die Leistungsfähigkeit der Muskeln um fast 30%.3) Eisensupplemente sind jedoch nicht leistungsfördernd, sie können aber zur Wiedererlangung der ursprünglichen Leistungsfähigkeit führen. Von einer Einnahme ohne medizinische Diagnose wird jedoch dringend abgeraten, da es bei einer Überdosierung von Eisen zu Vergiftungserscheinungen sowie Nieren- und Leberschäden kommen kann.