
Auch wenn sich die werdende Mutter sehr ausgewogen ernährt: Der Eisenbedarf des wachsenden Kindes ist vor allem gegen Ende der Schwangerschaft höher als die Menge, die die Mutter mit der Nahrung aufnehmen kann.
Doch obwohl das Problem des Eisenmangels während und nach der Schwangerschaft so weit verbreitet ist, gibt es in Deutschland immer noch keine allgemeinen Empfehlungen für die Therapie. In der Schweiz haben sich wichtige Experten intensiv mit dem Thema beschäftigt1 . Sie empfehlen bei einer leichten Blutarmut (Hb-Wert 9,5–12 g/dl) während der Schwangerschaft, den Mangel mit Eisen-Tabletten mit einer täglichen Dosis von 80–200 mg zu bekämpfen. Sinkt der Hb-Wert jedoch unterhalb von 9,5 g/dl kann auf diese Weise der Eisenmangel nicht mehr rechtzeitig korrigiert werden und es sollte über eine intravenöse Eisengabe nachgedacht werden. Denn nur auf diese Weise kann schnell eine hohe Eisendosis verabreicht werden, die sowohl für Mutter und Kind gut verträglich ist. Die intravenöse Eisengabe ist auch eine Ausweichmöglichkeit, wenn die Eisentabletten nicht vertragen werden oder die Patientin ihre Tabletten nicht regelmäßig einnimmt. Mit einer Eisenspritze oder Eiseninfusion kann eine Blutarmut in der Schwangerschaft sehr schnell innerhalb von wenigen Wochen behandelt werden.
Es gibt viele Frauenärzte, die Schwangeren Eisen zur Vorbeugung eines Mangels oder einer Blutarmut verschreiben. Auch die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) empfiehlt übrigens eine vorbeugende Eisengabe. Andere Frauenärzte lehnen das ab und geben Eisen erst, wenn ein Mangel festgestellt wurde oder wenn die werdende Mutter zu einer Risikogruppe gehört, zum Beispiel wenn sie Vegetarierin ist.
Die sicherste Methode ist eine Überprüfung der Eisenwerte vor der Schwangerschaft. Sollten die Eisenspeicher reduziert sein, kann hier rechtzeitig gehandelt werden, entweder mit Tabletten oder mit einer Eiseninfusion, damit die Frau mit ausreichenden Reserven in die Mutterschaft starten kann.