
Frauen sind besonders gefährdet, einen Eisenmangel oder eine Blutarmut (Anämie) zu entwickeln. Bei einem Großteil der Frauen im gebärfähigen Alter sind die Eisenspeicher nicht ausreichend gefüllt und zwischen 10 und 30 % leiden an einem Eisenmangel.
Das liegt vor allem an dem regelmäßigen Blutverlust durch die Menstruation, aber häufig auch an einer unausgewogenen Ernährung.
Eisenmangel in der Schwangerschaft ist ein sehr wichtiges aber leider wenig beachtetes Thema. Wird eine Frau ohne ausreichende Eisenreserven schwanger, kann sich das nicht nur in chronischer Müdigkeit und Abgeschlagenheit äußern. Auch anfallsartige Essattacken („Pica-Syndrom“) können auf einen Eisenmangel hindeuten. Im Einzelfall kann es für Mutter und Kind kritisch werden. Denn für das heranwachsende Kind muss eine Menge neues Blut gebildet werden und der Bedarf an Sauerstoff ist sehr hoch. Wird ein vorliegender Eisenmangel nicht rechtzeitig behoben, kann es während der Schwangerschaft schnell zu einer Blutarmut und somit zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff kommen. In schweren Fällen von Blutarmut kann es unter anderem zu Frühgeburten oder Entwicklungsstörungen des Kindes kommen.
Aber auch nach der Geburt des Kindes kann noch keine Entwarnung gegeben werden. Zum einen kommt es während der Geburt zu großen Blutverlusten, die der Körper wieder ausgleichen muss. Zum anderen muss der Säugling seinen hohen Bedarf an Eisen über die Muttermilch sättigen. Hat die Mutter nicht genügend Eisenreserven oder bereits eine Blutarmut, wird sie durch die neuen Lebensumstände mit dem Kind und die Symptome der Anämie doppelt belastet.
Übrigens: Auch die Wochenbettdepression („Baby-Blues“) kann die Folge eines Eisenmangels sein.
Jede Frau mit Kinderwunsch sollte daher vor der Schwangerschaft ihre Eisenwerte überprüfen lassen: Und zwar nicht nur den Hb-Wert, sondern vor allem auch den Eisenspeicher, um abschätzen zu können, wie groß die Reserven im Körper sind.