ADHS, RLS, Gedächtnisstörungen, Müdigkeit

Hintergrundinformationen

Eisen für das Gehirn

Was hat Eisen mit dem Gehirn zu tun? Eine ganze Menge.

Die wenigsten wissen, dass Eisen nicht nur für die Blutbildung und die Leistungsfähigkeit des Körpers notwendig ist. Auch der Kopf braucht das Spurenelement, um geistig fit zu bleiben. Bei Neugeborenen spielt Eisen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Gehirns. Das wissen Hersteller von Baby-Nahrung schon lange und reichern ihre Produkte deshalb damit an.

Auch für heranwachsende Kleinkinder und Jugendliche wie auch für ältere Menschen ist Eisen sehr wichtig. Ein Mangel kann sich zum Beispiel auf die Konzentrations- und die Aufmerksamkeitsfähigkeit auswirken. Man nennt diese mentalen Leistungseinbußen auch kognitive Defizite. Gerade in der Schule sind aber diese Fähigkeiten bei Heranwachsenden enorm wichtig.1)

Untersuchungen an britischen Schülerinnen, die an einem Eisenmangel litten, haben gezeigt, dass die Einnahme von Eisentabletten über 8 Wochen zu einer deutlichen Steigerung der schulischen Leistung führte.

Außerdem hat Eisen einen Einfluss auf die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen. Sie kommunizieren untereinander über die Ausschüttung von bestimmten Botenstoffen, den sogenannten Neurotransmittern. Dies geschieht über spezielle Kontaktstellen (Synapsen), über die die Nervenzellen miteinander in Verbindung stehen. Auf diese Weise wird das elektrische Signal von einer Nervenzelle zur nächsten übertragen.

Ein Ungleichgewicht dieser Botenstoffe kann folgende Auswirkungen haben:

  • Chronisches Erschöpfungssyndrom (Chronic Fatigue Syndrome)
  • Syndrom der unruhigen Beine (Restless-Legs-Syndrom = RLS)
  • Zappelphilipp-Syndrom (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom = ADHS)
  • Depressive Verstimmungen
  • Gedächtnisstörungen

 
Dopamin ist einer der bekanntesten Neurotransmitter. Ob Verhalten, Stimmung, Aufmerksamkeit, Schlaf, Lernen, motorische Aktivität oder Produktion der Muttermilch – Dopamin ist daran beteiligt. Aber wo kommt jetzt das Eisen ins Spiel? Das Spurenelement ist Teil eines Enzyms, das Dopamin im Gehirn herstellt. Kommt es zu einem Eisenmangel, kann das Enzym nicht mehr richtig arbeiten, sodass zu wenig Dopamin zur Verfügung steht. Dies kann weitreichende Folgen für den Betroffenen haben. Vor allem RLS oder ADHS scheinen mit einem Dopamin- und mit einem Eisenmangel in Zusammenhang zu stehen. 2) 3)

Es ist daher durchaus möglich, das ein Eisen- und somit auch ein Dopaminmangel zu depressiven Verstimmungen führen können. Hier ist die wissenschaftliche Datenlage jedoch noch nicht eindeutig. Untersuchungen im Bereich der Geburtsmedizin geben jedoch Hinweise darauf, dass z.B. die Wochenbett-Depression bei Müttern durch Eisenmangel und Blutarmut ausgelöst werden kann. (weitere Infos bei Schwangerschaft)

1) Bruner AB, Joffe A, Duggan AK, Casella JF, Brandt J. Lancet (1996), 348: 992-996
2) Cortese et al., Med Hypotheses. 2008;70(6):1128-32. Epub 2007 Dec 27.
3) Agarwal, American Journal of Nephrology, 2007, 27, 565-571
Eisenrechner
Der Eisenrechner kann Ihren individuellen Eisenbedarf und die Möglichkeit eines vorliegenden Eisenmangels abschätzen.
Animationsfilm
Erfahren Sie in wenigen Minuten alles, was Sie über Eisen wissen müssen.

Animationsfilm kurz
Experten-Interview
Fragen & Antworten zum Thema "Eisenmangel"
mit Prof. Roland Schaefer
Check-Liste
Die Checkliste erklärt die wichtigen Laborparameter der Eisendiagnostik.
Schnell-Test
Vier Laborwerte bestimmen die Diagnose eines Eisenmangels. Fragen Sie Ihren Arzt danach.