Ältere Menschen haben oft andere Ernährungsgewohnheiten als Jüngere. Vor allem schlecht sitzende dritte Zähne führen dazu, dass der Konsum an eisenhaltigen Fleischprodukten, die schlecht gekaut werden können, reduziert wird. Außerdem kann der Darm weniger Eisen aufnehmen und es werden mehr rote Blutkörperchen abgebaut, was den Sauerstofftransport zusätzlich beeinträchtigt.
Oft entwickeln Senioren deshalb einen Eisenmangel und schließlich sogar eine Eisenmangelanämie. Das verringert die Alltagsaktivität und häufig auch die Lebensqualität.1) Hauptsymptome sind Abgeschlagenheit, anhaltende Müdigkeit, ein allgemeines Schwächegefühl ähnlich wie bei einem chronischen Erschöpfungssyndrom, aber auch Konzentrations- und Gedächtnisstörungen.2) Gerade diese Konzentrations- und Gedächtnisstörungen können manchmal so schwerwiegend sein, dass sie einem frühen Stadium einer Demenz oder Alzheimer-Erkrankung ähneln können. Noch weiß man aber nicht genau, ob Eisen Demenz-Symptome eher verbessert oder verschlechtert.
Deshalb sollte der Arzt, bevor er eine Eisentherapie verschreibt, immer zuerst abklären, ob eine Demenz-Erkrankung vorliegt. Da noch nicht genau wissenschaftlich untersucht worden ist, ob eine Eisensubstitution eine differenzialdiagnostisch mögliche Demenz verschlechtert oder sogar eher verbessert, sollte vor einer Therapie mit Eisenpräparaten zunächst eine Demenzerkrankung z.B. durch einen Gerontopsychiater im Rahmen einer Untersuchung in einer Gedächtnissprechstunde abgeklärt werden.