
Die Ursachen für einen Eisenmangel können sehr vielfältig sein. Bei gesunden Menschen sind dies hauptsächlich Blutverluste, zum Beispiel durch Operationen, Unfälle, Blutspenden, Geburt oder Menstruation. Auch Vegetarier und Veganer oder Menschen, die sich nicht ausgewogen ernähren, leiden oft unter einem Eisenmangel. Leistungssportler, Kinder und Jugendliche im Wachstum, Schwangere und stillende Mütter sind ebenfalls gefährdet, denn sie haben einen erhöhten Eisenbedarf. Besteht ein Verdacht auf Eisenmangel, sollte ein Arzt für eine Eisendiagnostik aufgesucht werden.
Man nimmt an, dass RLS oder ADHS mit entleerten Eisenspeichern in Zusammenhang stehen, da sie bereits bei einem Eisenmangel ohne Blutarmut auftreten können. Hier ist daher eine besonders sorgfältige Diagnose durch den Arzt notwendig. Liegt der Grenzwert für den Eisenspeicher (Serum-Ferritin) normalerweise bei 30 µg/l, so wird er in der Neurologie meist auf 50 µg/l angehoben.1) 2)
Beginnen sich die Eisenspeicher zu entleeren, hat dies von Anfang an Auswirkungen auf das Gehirn. Neurologen empfehlen daher, bei Patienten mit den entsprechenden Symptomen und Serum-Ferritin-Wert unterhalb von 50 µg/l eine Eisentherapie zu versuchen. Hier wurden bei RLS-Patienten mit einem Eisenmangel bereits gute Ergebnisse erzielt. 3) Zielsetzung der Therapie ist eine Auffüllung der Eisenspeicher. Dies kann durch Tabletten, Injektion oder Infusion erfolgen. Da eine Auffüllung der Speicher mit oralen Präparaten (Tabletten) ein sehr langwieriger Prozess sein kann, wird meist die intravenöse Therapie, also eine Eisenspritze oder -infusion bevorzugt. Eisenmangel tritt jedoch selten alleine auf. Häufig fehlen dem Körper ernährungsbedingt auch andere Vitamine wie z.B. Folsäure. Dies sollte der Arzt bei einer Untersuchung ebenfalls überprüfen.
Bitte besprechen Sie mit Ihrem Arzt auch, inwieweit in Ihrem Fall die Kosten für diese Untersuchungen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.
Da die Behandlung mit Eisen bei entleerten Speichern in der Neurologie noch ein sehr neues Feld ist, gibt es bisher nur wenige Daten. Bevor also zuverlässige Aussagen getroffen werden können, müssen noch weitere Studien durchgeführt werden. Im Bereich der RLS und ADHS gibt es schon positive Ergebnisse und Erfahrungen mit der Eisentherapie. Ergebnisse zu anderen Krankheitsbildern wie Depression oder Tourette-Syndrom stehen noch aus.