Krebs & Chronische Krankheiten

Herzschwäche

Eisenmangel bei chronischer Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

Bis zu 1,4 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und jedes Jahr kommen 160.000 Neuerkrankungen hinzu. Herzschwäche ist eine der häufigsten Ursachen für Krankenhausaufenthalte und steht auf Platz vier der häufigsten Todesursachen. Ein wichtiges Behandlungsziel ist es, dem Patienten möglichst lange eine gute Lebensqualität und Beschwerdefreiheit zu erhalten. Wie bei vielen chronischen Krankheiten entwickelt ein Großteil der Patienten im Laufe der Zeit einen Eisenmangel oder sogar eine Blutarmut (Anämie).

Lange wurde die Bedeutung von Blutarmut und Eisenmangel bei Patienten mit chronischer Herzschwäche unterschätzt. Heute weiß man aber, dass sie sich sehr auf den Krankheitsverlauf und die Patientensterblichkeit auswirken kann. Außerdem gehen sie in der Regel mit einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit einher, da das Eisen neben dem Sauerstoff-Transport im Blut auch für die Funktion der Herzmuskelzellen benötigt wird. Deshalb achtet man inzwischen viel mehr darauf, einen Eisenmangel oder eine Blutarmut frühzeitig zu behandeln.

Jetzt hat die Forschergruppe um Prof. Anker (Charité Berlin) herausgefunden, dass die Gabe einer modernen Eiseninjektion Herzschwäche-Patienten mit Eisenmangel deutlich hilft, unabhängig davon, ob gleichzeitig eine Blutarmut vorliegt oder nicht (Details zur Studie). Es kam zu einer deutlichen Linderung der Beschwerden wie zum Beispiel der Luftnot, die die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränkt. Die Ergebnisse der Untersuchung kann Herzkranken Anlass zur Hoffnung geben: „Intravenöses Eisen kann vielen Patienten mit Herzschwäche wirklich helfen“, fasste Prof. Anker zusammen. „Nach unseren Ergebnissen ist es auch sehr gut verträglich.“ Zum ersten Mal seit Jahren gibt es eine neue, ergänzende Behandlungsmöglichkeit für diese schwerwiegende Erkrankung. Deshalb rät der Experte Herzkranken dazu, regelmäßig ihren Eisenspiegel untersuchen zu lassen und mit dem Arzt über eine Eiseninjektion zu sprechen. Das in der Studie untersuchte Präparat ist bereits auf dem Markt erhältlich und eine Therapie kann, soweit medizinisch indiziert, von einem Facharzt oder Allgemeinmediziner nach einer sorgfältigen medizinischen Untersuchung durchgeführt werden.

Vier bestimmt: Wann liegt eine Blutarmut oder ein Eisenmangel bei Herzschwäche vor?


Menschen mit einer chronischen Herzschwäche leiden sehr oft auch unter Blutarmut (Anämie) und sollten daher regelmäßig ihre Eisenwerte kontrollieren lassen.

Man geht davon aus, dass zwischen 20 und 50% der Patienten betroffen sind.


Dafür gibt es gibt verschiedene Ursachen:

  • eine schlechte Eisenaufnahme bzw. Eisenmangel,
  • eine geringere Produktion bzw. eine gestörte Wirkung des Hormons Erythropoetin
  • eine zu starke Verdünnung des Blutes, zum Beispiel durch eine gestörte Nierenfunktion,
  • Blutverluste durch die Behandlung mit Blutgerinnungshemmern
  • Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure
 
Etwa die Hälfte der Patienten mit einer Herzschwäche hat gleichzeitig auch eine eingeschränkte Nierenfunktion. Dabei verstärken sich Blutarmut, Herz- und Nierenschwäche gegenseitig: Verschlechtert sich die Nierenfunktion, wird weniger Erythropoetin gebildet. Dadurch werden weniger rote Blutkörperchen gebildet und die Organe schlechter mit Sauerstoff versorgt. Weil das Herz nun vielmehr pumpen muss, kann sich die Herzschwäche weiter noch verstärken.

Behandlung der Blutarmut

Die Behandlung der Blutarmut bei Herzinsuffizienz-Patienten ist also sehr wichtig, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und die Herzfunktion zu verbessern. Vor allem die Behebung des Eisenmangels ist ein wichtiges Ziel. Eisen kann in Tablettenform oder intravenös gegeben werden. Durch die chronische Entzündung im Körper ist es oft nicht möglich, den Eisenmangel mit Tabletten zu bekämpfen, weil das Eisen dann nicht über den Darm aufgenommen werden kann. Es gibt heute aber sehr gut verträgliche intravenöse Eisenpräparate, die in hoher Dosis gespritzt oder als Infusion gegeben werden können. Welche Therapie jedoch wann sinnvoll ist, sollte der Arzt entscheiden.

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Erfahren Sie in wenigen Minuten alles, was Sie über Eisen wissen müssen.

Animationsfilm kurz
Experten-Interview
Fragen & Antworten zum Thema "Eisenmangel"
mit Prof. Roland Schaefer
Check-Liste
Die Checkliste erklärt die wichtigen Laborparameter der Eisendiagnostik.
Eisenrechner
Der Eisenrechner kann Ihren individuellen Eisenbedarf und die Möglichkeit eines vorliegenden Eisenmangels abschätzen.
Schnell-Test
Vier Laborwerte bestimmen die Diagnose eines Eisenmangels. Fragen Sie Ihren Arzt danach.