Eisenmangel - Therapien im Vergleich

Eisenmangel oder Anämie? Ferritin und Blutbild beim Arzt bringen Klarheit

Anämie

Eisenmangel ist relativ weit verbreitet. Wenn auf Grund unspezifischer Symptome wie Müdigkeit, Gereiztheit oder brüchiger Nägel der Verdacht auf einen Eisenmangel besteht, sollte man sein Blutbild und das Ferritin beim Arzt checken lassen. Auf diese Weise erlangt man Erkenntnisse darüber, ob eventuell ein Eisenmangel oder gar eine Anämie vorliegen könnten. Fehlendes Eisen kann mit verschiedenen Methoden gut und gegebenenfalls rasch ersetzt werden.

Was zu tun ist bei Eisenmangel oder Anämie

Ein Eisenmangel kann vielfältige Ursachen haben. So zum Beispiel falsche Ernährung, Blutungen aber auch chronische Krankheiten oder Infektionen. Der Arzt wird daher vor der Therapie herausfinden müssen, auf was genau der Eisenmangel zurück zu führen ist. Neben dem Gespräch mit dem Patienten ist eine Blutuntersuchung angezeigt. Dabei misst der Arzt aussagekräftige Werte wie z.B. den Hämoglobinwert und das Ferritin. Die Entscheidung, wie behandelt werden soll, hängt vor allem vom Schweregrad des Eisenmangels ab. Sind die Eisenspeicher schon leer und eine Anämie (Blutarmut) ist zweifelsfrei festgestellt, genügt eine Umstellung der Ernährung allein nicht mehr aus, da der Darm in aller Regel nur 10 Prozent des Nahrungs-Eisens aufnehmen kann. Im Normalfall beträgt der Hämoglobinwert bei einem Erwachsenen mindestens 12-15 g/dl. Bei einer Anämie sinkt dieser Wert unter diese Grenze. Um den Hämoglobinwert um 1 g/dl zu erhöhen, müssen etwa 200 mg Eisen aufgenommen werden. Das Ferritin liegt normalerweise um die 100 ng/ml.

Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt, wie schwierig es ist, soviel Eisen über die Nahrung aufzunehmen: In 100 g Putenfleisch sind ungefähr 3 mg Eisen enthalten. Davon können aber nur etwa 0,3 mg durch den Darm ins Blut gelangen. Um 200 mg Eisen zu sich zu nehmen, müsste man also mehr als 66 kg Putenfleisch essen. Etwas besser sieht es aus, wenn man es mit Schweineleber versucht. Davon müssten nur 10 kg verzehrt werden.

Auch Nahrungsergänzungsmittel und eisenhaltige Säfte können bei einer Anämie nur unzureichend helfen, da der Körper auf diesem Wege die benötigte Eisenmenge nicht schnell genug aufnehmen kann. Hier sind Arzneimittel gefragt: Es gibt die Möglichkeit, Eisen in Tablettenform einzunehmen oder es sich vom Arzt per Injektion oder Infusion verabreichen zu lassen.

Gegenüber der Einnahme in Tablettenform, die über Monate konstant durchgeführt werden muss, hat die Gabe von Eisen als Infusion oder Injektion den Vorteil, dass das Eisen sofort im Blut verfügbar ist. Bei beiden Therapiemöglichkeiten kann es sehr vereinzelt zu leichten Nebenwirkungen wie Verdauungsstörungen oder Magen-Darm-Probleme kommen.

Nebenwirkungen orales Eisensulfat vs i.v.-Eisen
*Qunibi el al., Poster ASN, Nov 2007 (SU-PO 1029)

Orales Eisen

Eisen als frei verkäufliches Präparat.

Tabletten

Eisen kann man über eisenhaltige Kost, als orales Eisen in flüssiger Form, Tabletten oder als intravenöses Eisen zuführen. Die zumeist rezeptfreien Präparate decken den Bedarf aber nur unzureichend. Um eine Anämie auszugleichen und die Eisenspeicher zu füllen, müsste das orale Eisen über einen langen Zeitraum, in der Regel mindestens drei bis sechs Monate, regelmäßig und konsequent eingenommen werden. Die Nachteile sind, dass die Behandlung sehr lange dauert und meist mit Nebenwirkungen verbunden ist. Viele Patienten klagen über Magen-Darm-Probleme wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung oder Magenkrämpfe. Durch zusätzliche, gleichzeitige Vitamin C-Aufnahme kann zwar mehr Eisen aufgenommen werden, aber die Nebenwirkungen können sich dadurch verstärken. Bei Patienten mit bestimmten Magen-Darm-Erkrankungen, wie z.B. Morbus Crohn ist es u.U. möglich, dass das orale Eisen die Symptome sogar noch verschlimmern kann.

Über den Darm kann nur eine begrenzte Menge an Eisen aufgenommen werden. Im Falle eines ausgeprägten Eisenmangels, einer Anämie oder einer starken,vor allem chronischen, Entzündung sollte daher eine Eisengabe, welche direkt in den Blutkreislauf verabreicht wird, in Betracht gezogen werden.

Eine orale Therapie ist daher nur bei einem leichten Eisenmangel und/oder bei einer guten Verträglichkeit des oralen Eisens sinnvoll.

Intravenöses Eisen bei Anämie

Liegt ein schwerer Eisenmangel oder bereits eine Anämie vor, ist die Eisengabe per Injektion oder Infusion die schnellste und in der Regel verträglichste Therapieform.

Infusion

Die Eisenlösung wird entweder vom Arzt in die Vene gespritzt oder als kurze Infusion verabreicht. Im Gegensatz zur Eisentablette kann auf diese Weise der Darm umgangen werden und das Eisen gelangt in den benötigten Mengen direkt in den Körper. Nebenwirkungen treten bei dieser Art der Verabreichung deutlich seltener auf. Mittlerweile gibt es moderne Präparate auf dem Markt, die gut verträglich sind und schnell verabreicht werden können. Auf diese Weise kann es sogar bei manchen Patienten möglich sein, mit nur einer einzigen Anwendung die notwendige Menge Eisen in den Körper zu bringen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn eine schnelle Korrektur des Eisenmangels erfolgen soll.

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