
Liegt ein Eisenmangel vor, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.
Ein Eisenmangel kann vielfältige Ursachen haben, z.B. falsche Ernährung, Blutungen aber auch chronische Krankheiten oder Infektionen. Der Arzt sollte daher vor der Therapie genau herausfinden, wo der Eisenmangel herkommt. Ist z.B. eine Erkrankung die Ursache, sollte diese auf jeden Fall mit behandelt werden, um einen späteren Rückfall zu verhindern.
Die Entscheidung, wie behandelt werden soll, hängt dabei vor allem vom Schweregrad des Eisenmangels ab. Sind die Eisenspeicher leer, reicht eine Umstellung der Ernährung nicht mehr aus, da der Darm meist nur 10 Prozent des Nahrungs-Eisens aufnehmen kann.
Um die Blutmenge (Hb-Wert) um 1g/dl zu erhöhen, müsste man beispielsweise etwa 200 mg Eisen aufnehmen.
Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt, wie schwierig es ist, soviel Eisen über die Nahrung aufzunehmen:
In 100 g Putenfleisch sind ungefähr 3 mg Eisen enthalten. Davon können nur etwa 0,3 mg durch den Darm ins Blut gelangen. Um 200 mg Eisen zu sich zu nehmen, müsste man also mehr als 66 kg Putenfleisch essen. Etwas besser sieht es aus, wenn man es mit Schweineleber versucht. Dann müssten „nur“ 10 kg verzehrt werden.
Auch Nahrungsergänzungsmittel und eisenhaltige Säfte können bei einem Eisenmangel kaum helfen, da der Körper nicht schnell genug die benötigte Eisenmenge aufnehmen kann. Hier sind Medikamente gefragt: Es gibt die Möglichkeit, Eisen oral als Tabletten einzunehmen oder es sich vom Arzt direkt spritzen zu lassen, bzw. eine Eiseninfusion zu bekommen. Die genaue Menge, die zugeführt werden muss, berechnet der Arzt über spezielle Formeln.
Eisen kann in Form von Tabletten eingenommen werden, die der Arzt verschreibt.
Die Nachteile sind jedoch, dass die Behandlung oft sehr lange dauert und meist mit Nebenwirkungen verbunden ist. Denn über den Darm kann nur eine begrenzte Menge an Eisen aufgenommen werden. Um eine Blutarmut auszugleichen und die Speicher zu füllen, müssten die Eisentabletten daher über mindestens drei bis sechs Monate eingenommen werden. Eine orale Therapie ist daher nur bei einem leichten Eisenmangel sinnvoll.
Und die Nebenwirkungen sind bei den Eisentabletten relativ häufig: Viele Patienten klagen über Magen-Darm-Probleme wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung oder Magenkrämpfe. Durch Vitamin C kann zwar mehr Eisen aufgenommen werden, aber die Nebenwirkungen können sich dadurch verstärken. Bei Patienten mit bestimmten Magen-Darm-Erkrankungen würden die Eisentabletten die Symptome sogar noch verschlimmern. Problematisch wird es außerdem, wenn man eine Entzündung im Körper hat, da diese eine Eisenaufnahme über den Darm blockiert. Im Falle eines ausgeprägten Eisenmangels, einer Blutarmut oder einer starken Entzündung sollte daher eine intravenöse Eisengabe in Betracht gezogen werden.
Liegt ein schwerer Eisenmangel oder bereits eine Blutarmut vor, ist die intravenöse Eisengabe die schnellste und verträglichste Therapieform.
Die Eisenlösung wird entweder direkt vom Arzt ins Blut gespritzt oder als Infusion verabreicht. Im Gegensatz zur oralen Therapie kann auf diese Weise der Darm umgegangen werden und das Eisen gelangt in großen Mengen direkt in den Körper. Auch die unangenehmen Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Magen-Darm-Störungen werden somit vermieden. Mittlerweile gibt es neue Präparate auf dem Markt, die sehr gut verträglich sind und schnell verabreicht werden können. Auf diese Weise können Eisenmengen von bis zu 1.000 mg mit einer einzigen Behandlung in den Körper gelangen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn eine schnelle Korrektur des Eisenmangels notwendig ist, zum Beispiel bei Blutarmut in einer Schwangerschaft.